K-TV in Shanghai

Shanghai. Ohne chinesische Freunde (oder Freundesfreunde bzw. tatsächlich vor allem Freundesfreundinnen) wäre ich wohl kaum hier rein geraten: Aus dem Aufzug in den fünften Stock irgendeines Innenstadtgebäudes in Shanghai gestolpert, ein grell erleuchtetes Chaos: Alkoholisierte junge Chinesen schubsen sich, lachen und schreien, hinter einer Theke schreien andere junge Leute. Unsere rund siebenköpfige Ausgehgruppe wird von Cherry und Mina angeführt, beide arbeiten im Fashion-Bereich und führen uns zunächst zur Theke, dann durch die aufgeputschte Menschenmenge in einen Mini-Supermarkt neben der Theke, dann wieder an die Theke, dann in den Mini-Supermarkt, wo wir unter nahezu konspirativen Umständen auf Whisky und Grünen Tee deuten dürfen, der dann später in der abgedunkelten Disco-Kammer auf dem Tisch steht: K-TV! Also Karaoke mit Videoclip, damit einem beim Zuhören nicht langweilig wird. Wir bekommen einen Raum zugewiesen, wandern durch karge Korridore an gut einem Dutzend anderer K-TV-Kammern vorbei, dann geht es los: Sovi, eine Chinesin aus Indonesien, performt vor allem Lady Gaga und Britney Spears, wir tanzen neben dem Fernseher, dann schmettert Carl aus Shanghai, der Grünen Tee nach Schweden exportiert, mit Inbrunst (und ohne Rücksicht auf Verluste) die schlimmsten chinesischen Popschnulzen – wow, that’s entertainment!

Still quiet here.sas