Ich, das beliebte Fototalent

Shanghai. In großen Städten (hier: 23 Millionen Einwohner) fühlt man sich als Einzelreisender schnell allein. Nicht so an der Uferpromenade in Shanghai. Hier hat man einen tollen Blick auf Pudong, das Neubauviertel, u.a. auf das drittgrößte Gebäude der Welt, das Shanghai World Financial Center (wegen seines markanten Aussehens auch gern „Flaschenöffner“ genannt) und auf den Oriental Pearl Tower, einen eher lustig aussehenden Turm mit mehreren Kugeln drin. Aber nicht nur das: Als ich mich auf eine Bank setze, kommt sofort ein Mann an und fragt mir ein Loch in den Bauch. Ist das meine veränderte Ausstrahlung? Offenbar, denn danach werde ich wiederholt als Foto-Talent identifiziert. Gleich mehrfach werde ich gebeten, Fotos von Chinesen vor ihrer Stadt zu schießen, einmal sogar von den gleichen Leuten, die mich schon vorher gefragt hatten. Schon nett. Leider nicht ehrlich: Beides sind beliebte Strategien, um Touristen in fingierte Teestuben zu locken und sie dort abzuzocken. Schade.

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