Temple Street Market, Hongkong

In Hongkong treffe ich Jobi, eine Freundin von meinem Berliner Zwischenmieter, dem Journalisten Dan Allen – er hat sie auf einer Pressereise kennen gelernt. Nun führt sie mich über die Märkte von Hongkong – abends, denn erst dann ist hier richtig was los. In Mong Kok war ich schon, also geht es in die Temple Street zwischen den U-Bahnhöfen Jordan und Yau Ma Tei (Kowloon). Nahe Jordan ist alles noch sehr touristisch, dann etwas weiter nördlich wird es lokaler. Etwa auf Höhe der Gascoigne Road (erhöhter Highway) ist alles voll mit Wahrsagern, manche auch auf Englisch – der Hongkong-Werbefilm im Flugzeug hatte das schon angekündigt: Hong Kong sei die Hauptstadt der Wahrsager, als Tourist müsse man sich mindestens einmal die Zukunft vorhersagen lassen. Wir verziehen uns lieber in ein Restaurant im ersten Stock über der Straße, essen Nudeln mit Gemüse, denn es ist noch früh am Abend, und später gibt es auf der Straße Performances, sagt Jobi. Dann geht es wieder ins nächtliche Getümmel, es gibt lustige USB-Sticks, iPhone-4-Hüllen in rauen Mengen (darunter eine mit Osama bin Laden drauf) und sehr billiges Fake-Lego mit Panzern, Truppen-Landefahrzeugen und Spiderman-Jagdflugzeug. Schon krass.

 

 

Später essen wir noch Dessert, es gibt Soy Bean Pudding mit Chacha – also mit roten und weißen Bohnen. Das ist kühl, etwas glibbrig und erstaunlich wenig süß für ein Dessert. Überhaupt, die Bohnen: die werden hier gern verwendet, ein beliebtes Getränk ist auch heiße Milch mit roten Bohnen drin. Schmeckt wie… Milch mit Bohnen. Hat also einen Reiz, der sich einem nicht unbedingt gleich beim ersten Mal erschließt – bei Getränk und Dessert.

Still quiet here.sas