Polynesier auf Hawaii – Tokelau-Tanzperformance

Meine Gastgeberin Thirsty nimmt mich mit zu dieser Tanzperformance von Leuten aus Tokelau. Das ist eine winzige Inselkette irgendwo im Pazifik, laut Wikipedia einer der abgeschiedensten Orte der Welt – und mit einer ziemlich üblen kolonialistischen Geschichte, die nicht auf Wikipedia spielt (sondern z.B. hier). Großbritannien schnappte sich drei Inseln, die USA die vierte. Im Jahr 1856 hatte sich der amerikanische Walfang-Kapitän Eli Jennings hier niedergelassen und die Insel Olohega (samt Bewohnern) zu seinem Eigentum erklärt. In der Folgezeit regierte er wie ein Pascha, zeugte viele Kinder und ließ sich von den Bewohnern bedienen. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts regte sich Widerstand, als Tokelau-Bewohner mehr Kontakt zur Außenwelt bekamen und lernten, sich zur Wehr zu setzen – sie streikten. Die Nachkommen von Eli Jennings riefen das US-Militär zu Hilfe, das dann 1953 einfach einen Teil der Bewohner nach Samoa deportierte. Später zogen einige nach Neuseeland weiter, einige nach Hawaii. Die Jennings-Nachkommen beanspruchen noch heute die Insel als ihr Eigentum. Und das Lösen dieses Konflikts ist weit schwieriger, als es sich hier anhört – natürlich gibt das US-Militär keine Fehler zu, und zusätzlich erschwert ist die Lage durch die Kultur der Leute aus Tokelau, die nicht gegen ihren Verwandten vorgehen wollen – denn nach all den Jahren sind die Jennings-Nachkommen ihre Famlie.

Die Tokelau-Schule pflegt das Kulturgut der Leute aus Olohega – u.a. hier mit diesem Tanz. Was genau er bedeutet, erfrage ich nochmal. Schon hier kann man allerdings sehen, wie die Leute beim Gesang am Ende mit der Stimme immer höher gehen und beim Tanzen immer mehr in die Knie – was jeweils mehr Intensität bedeutet. Normalerweise tanzen übrigens mehr Männer mit, in diesem Fall gab es ein terminliches Problem, weil die Performance an einem Freitag Abend stattfand – gleichzeitig mit dem Spieltag der lokalen Football-Mannschaften, wo viele der Leute aus Tokelau mitspielen.

Still quiet here.sas