Nat und die Schokoladenfabrik

Mein Gastgeber/Mitbewohner Nat ist ein Spätberufener – erst war er Programmierer in Kalifornien, dann promovierte er in Botanik und lehrte über Kakao-Anbau – um schließlich in Hawaii Theorie in Praxis umzusetzen: Schokolade herstellen „from bean to the bar“, von der Bohne zum Riegel, und das so biologisch und lokal wie möglich. Für mich hat das den Vorteil, dass er ständig Schokolade mitbringt, einen misslungenen Aufstrich mit angeblich zu viel Zimt, dazu neue Geschmacksrichtungen, etwa Earl Grey in verschiedenen Stärken – mmh!

Hauptzutaten sind Kakaobohnen und Kokosfett, dazu Geschmacksrichtungen wie Lilikoi (Maracuja/Passionsfrucht) oder neuerdings Earl Grey – genial! Die Kakaobohnen sind zur Hälfte aus Mexiko, die andere Hälfte von einer Farm auf Hawaii/Big Island, das Kokosfett war bisher vom Festland eingekauft – aber Nat arbeitet auch hier am Anbau. Eine eigene Kakaofarm ist in Planung, und er ist ständig auf der Suche nach Kokosnüssen und der dazu notwendigen Presse. An einem Abend kommt Nat glücklich mit einem Sack Kokosnüssen nach Hause – auf dem Highway hatte ihn ein Laster voll mit Kokosnüssen überholt, den er daraufhin verfolgte und beim nächsten Stopp abgefangen hatte, um den Ursprungsort zu erfahren (und Kostproben zu bekommen).

Nat kocht seine Schokolade in einem Laden in Kailua an der Ostküste von Oahu. Beim Besuch helfe ich beim Mahlen von geröstetem Kakao, setze vorübergehend den Mixer ausser Gefecht und kann beobachten, wie die vorgemahlene Kakaomasse noch feiner gemahlen wird. Hier, ihr jetzt auch:

Und ich überlege ernsthaft, das Metier zu wechseln. Mehr Infos bei Madre Chocolate.

Still quiet here.sas